Mobile Investing im Umbruch: Wie ETFs, Neobroker und neue Preislogiken den Markt für Banken verändern
Shownotes
Mobile Investing zwischen ETF-Boom und Preisdruck: Wie Banken ihre Rolle neu definieren müssen
Mobile Investing ist vom Nischenthema zum Massenmarkt geworden. Die Zahl der Depots steigt seit Jahren, ETFs entwickeln sich zunehmend zum Standardprodukt vieler Privatanleger, und mit einer neuen Generation von Selbstentscheidern verändern sich die Anforderungen an Banken grundlegend. Im Zentrum steht dabei nicht mehr die Frage, welche Produkte angeboten werden, sondern wie einfach, transparent und zuverlässig das Investitionserlebnis gestaltet ist.
In dieser Episode von Sound of Finance spricht Clara Cardaun, Senior Consultant bei zeb, mit ihrem Kollegen und einem der Studienautoren George Stylianou, Manager, über die Ergebnisse einer aktuellen zeb-Studie zum Mobile Investing.
Die Analyse zeigt einen Markt, der gleichzeitig wächst und unter zunehmendem Wettbewerbsdruck steht. Während Neobroker in den vergangenen Jahren mit einfachen Angeboten, attraktiven Preisen und intuitiven Apps Millionen von Kundinnen und Kunden für sich gewinnen konnten, suchen etablierte Banken nach Antworten auf die veränderten Erwartungen ihrer Zielgruppen.
Besonders deutlich wird der Wandel am Erfolg von ETFs. Was einst als Produkt für eher erfahrene Investorinnen und Investoren galt, hat sich zum bevorzugten Instrument vieler Selbstentscheider entwickelt. Dahinter steckt mehr als ein kurzfristiger Trend: Anleger beschäftigen sich heute deutlich aktiver mit Vermögensaufbau und Altersvorsorge und treffen ihre Anlageentscheidungen zunehmend eigenständig über digitale Kanäle. ETFs profitieren dabei von ihrer Einfachheit, ihrer Transparenz und ihrer leichten Verständlichkeit.
Die Studie zeigt zugleich, dass viele Banken die Prioritäten ihrer Kundinnen und Kunden immer noch unterschätzen. Für die Mehrheit der Selbstentscheider stehen niedrige Kosten, eine intuitive Nutzerführung sowie Sicherheit und Stabilität der Plattform deutlich höher im Kurs als eine maximale Produktbreite. Wer junge Anleger erreichen will, muss daher vor allem ein überzeugendes digitales Nutzungserlebnis schaffen.
Spannend ist insbesondere die Entstehung eines neuen Wettbewerbssegments, das zeb als „Discount Plus“ beschreibt. Gemeint sind Angebote, die die Preislogik und Einfachheit von Neobrokern mit den traditionellen Stärken etablierter Banken verbinden – etwa Servicequalität, Betreuung und Vertrauen. Diese Entwicklung verändert die Marktstruktur nachhaltig und erhöht den Druck auf alle Anbieter, ihre strategische Positionierung zu schärfen.
Für Banken ergibt sich daraus eine zentrale Frage: Wie lässt sich die nächste Generation von Kundinnen und Kunden gewinnen, ohne die eigenen Stärken aufzugeben? George Stylianou skizziert dazu drei strategische Leitplanken: eine konsequente Mobile Excellence, einfache und wettbewerbsfähige Preismodelle sowie ein Serviceerlebnis, das auch in kritischen Situationen Vertrauen schafft. Denn im Wettbewerb um das Depot geht es längst nicht mehr nur um Brokerage. Es geht um den Zugang zu den Privatkundinnen und Privatkunden von morgen.
Jetzt reinhören und erfahren, warum die Zukunft des Privatkundengeschäfts zunehmend auf dem Smartphone entschieden wird.
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Transkript anzeigen
00:00:07: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Sound of Finance, dem Podcast von ZDB.
00:00:11: Schön dass ihr wieder eingeschaltet habt!
00:00:14: Wer hat nicht schon einmal gedacht Geld anlegen ist heute eigentlich ganz einfach Ein paar Klicks ein ETF fertig.
00:00:21: Aber wenn man einen Schritt zurücktritt merkt man schnell hinter dieser Einfachheit steckt ein Markt der gerade massiv in Bewegung ist.
00:00:29: Mobile Investing ist heute Standard immer mehr Depots, ETFs überall Und gleichzeitig nimmt der Wettbewerb zwischen Neobrokern, Direktbanken und klassischen Banken spürbar Fahrt auf.
00:00:39: Und gerade passiert noch etwas Spannendes!
00:00:42: Es entstehen Angebote mit den Preisen von Neobrokern – kombiniert aber mit dem Serviceversprechen etablierter Banken.
00:00:50: Eine aktuelle ZDB-Studie schaut genau auf diese Entwicklung und bringt etwas mehr Struktur in das ganze Marktgeschehen.
00:00:56: Genau darüber sprechen wir heute.
00:00:59: Ich bin Clara, Beraterin bei ZDB und ich habe heute den Studienautor Jod Steliano zu Gast.
00:01:05: Gemeinsam sprechen wir darüber was aktuell wirklich im Markt passiert wie sich Anlegerverhalten verändern und was das wichtigerweise für die strategische Positionierung von Banken in Mobile Investing bedeutet.
00:01:18: Herzlich willkommen lieber Jod!
00:01:29: Wenn man sich das Wertpapier und speziell das Mobile Investing-Geschäft anschaut, da hat man doch das Gefühl wie ich es ja auch gerade eingangs gesagt hatte im Markt tut sich momentan also wirklich so einiges.
00:01:41: Was habt ihr konkret denn beobachtet?
00:01:43: Also in euren Projekten, in Gesprächen mit Banken dass Ihr gesagt habt genau jetzt braucht es eine strukturierte vergleichende Studie.
00:01:52: Anlass unserer Studie war dass das rasante Wachstum der Neo Broker in den letzten Jahren eine wirkliche Schockwelle im Retail-Geschäft durch die Bankenlandschaft geschickt hatte.
00:02:02: Und wir haben uns dann bei unserer Studie von der Frage leiten lassen, wie schafft man es etablierte Retailbanken und Direktbanken fit im Kampf gegen den Neobroger zu machen?
00:02:13: Bei unserer Studi sind wir so vorgegangen dass wir einerseits auf einer quantitativen Ebene uns Depot anzahlen, die Bestände und Zuflüsse angeschaut haben andererseits haben wir eine Endkundenbefragung durchgeführt und ein Benchmarking von über dreißig Anbietern in der Dachregion durchgeführt hatten.
00:02:34: Dabei haben wir eigentlich zwei Dinge festgestellt, erstens man hat eine wirklich sehr starke Dynamik im Markt, der Markt boomt die Anzahl der Depots- und Bestände wächst.
00:02:44: andererseits bemerkt man allerdings einen regelrechten Wettkampf um die Endkunden wodurch sich zahlreiche Anbiter mit neuen Produkten aber auch neuen Geschäftsmodellen am Markt positionieren.
00:02:57: Ja, sehr interessant.
00:02:58: Also wie du das erzählst ich finde es uns soweit bemerkenswert dass wir ja eigentlich oft oder man sagt so, dass da Deutsche eher in der längeren Zeit als zurückhaltend bei der Geldanlage in Wehrpapieren galten also dass sie das gar nicht wirklich machen wollten.
00:03:15: und wenn wir daran anknüpfen Wie würdest du denn dieses Wachstum qualitativ bewerten?
00:03:21: Also wie viel ist da der echte zugewinnen Anlegern.
00:03:25: Und wie viel?
00:03:27: war vielleicht lange vor allem ein neo-broker getriebenes Zeitdepot Phänomen, wenn wir so ausdrücken wollen?
00:03:34: Ja also eigentlich konnten wir die letzten Jahre beides beobachten.
00:03:39: Einerseits war der Trend zum Zweitdepot prägend in den letzten Jahren.
00:03:45: das hat mehrere Gründe.
00:03:46: Zum einen wollten Kunden einfach mal Neo Angebote probieren, ein bisschen rumspielen.
00:03:52: andererseits Gab es auch sehr attraktive Tagesgeldkonditionen, wo es dann auch immer das Depor oben drauf gab.
00:04:00: Was dann einfach zu einer sehr hohen Anzahl an Zweitdepots bei Neobrogan geführt hat.
00:04:05: Der anderen Seite gab es allerdings auch einen wirklichen Wachstum an Neukunden.
00:04:11: Das hat zum Beispiel eine Untersuchung aus dem letzten Jahr gezeigt dass die Anzahl der Aktionäre insgesamt in Deutschland gestiegen ist Und das ist dann einerseits dadurch getrieben, dass sich in Deutschland eine neue Investmentkultur etabliert hat andererseits aber auch immer mehr Leute für die Altersvorsorge anlegen.
00:04:31: Also wenn man dieses Wachstum einmal weiter denkt springt einen besonderen Befund einem da direkt ins Auge.
00:04:38: also dieser massive Siegeszug der ETFs hatten sie eben schon angesprochen.
00:04:43: In deiner Wahrnehmung ist diese Verschiebung hin zu den passiven Produkten eher ein Nebeneffekt des Depotwachstums, oder siehst du da einen eher grundsätzlicheren Wandel im Anlegerverhalten?
00:04:57: Also aus unserer Beobachtung findet hier ein grundsätzlicher Wandel statt.
00:05:02: Wie Du sagst ETFs werden ein wirklich sehr wichtiges Produkt für den Retailanleger und wir konnten die letzten Jahre einen starken Shift in den Depots zu ETFs hin erkennen Und dieses Wachstum eigentlich durch zwei Faktoren befeuert.
00:05:16: Der einen Seite sind ETFs, einfach sehr attraktive Produkte für Weltpapier-Einsteiger.
00:05:22: Die sind günstig und leicht verständlich.
00:05:25: Sie haben ein sehr gutes Publicity in der Finanzpresse.
00:05:28: Auf der anderen Seite ist ein Großteil der Neukunden dem Selbstentscheidersignal zuzuschreiben also Leute die nicht interfiliale Anlage Entscheidungen treffen sondern selber über Internet oder über App.
00:05:41: Und diese selbstentscheider kaufen dann eher ETFs, da aktive Fonds eher in einem Beratungsgespräch verkauft werden und erklärt werden müssen.
00:05:52: Daher sehen wir hier wirklich einen grundsätzlichen Schiff von aktiven Produkten zu passiven Produkte zu ETFs und erwarten dass sich dieses Wachstum und dieser Schift in den nächsten Jahren noch verstärken wird so das sag mal in der Mittelfrist in die nächsten fünf bis zehn jahren eigentlich der Großteil des Mittelzuwachses in ETF stattfinden sollte?
00:06:13: Da einfach nur eine Zwischenfrage, weil das mich interessiert.
00:06:16: Also du hattest ja gerade die Corona-Pandemie angesprochen also dass das so ein bisschen der Auslöser war, dass sich hier ein grundsätzlicher Schiff ergeben hat.
00:06:26: Was denkst Du denn?
00:06:27: sind da weitere Gründe dafür, dass ich jetzt dieser Schiff auch weiter zieht?
00:06:32: Wir sind dann nicht mehr in einer Corona- Pandemie.
00:06:35: Interessiert mich es grade!
00:06:37: Es ist ein Stück weit, wie ich eben schon erwähnt hab.
00:06:40: Wir haben eine neue Anlagekultur.
00:06:42: was in Corona eigentlich angefangen hat, hat sich jetzt weitergeführt.
00:06:47: Leute haben angefangen sich aktiv mit dem Thema Geldanlage zu beschäftigen und sind nicht mehr passiv unterwegs dass die Bank sie auf Anlage anspricht sondern sie wirklich selber da gestalterisch aktiv sein möchten.
00:07:00: ja und damit fing es eigentlich an Und inzwischen ist es wirklich auch vor allem bei jungen Kunden cool geworden, aktiv anzulegen.
00:07:11: Es gibt da ja verschiedene Gruppen im Internet und das ist man dann wirklich eine Investmentkultur.
00:07:16: jetzt hat in Deutschland was früher einfach nicht der Fall war.
00:07:19: Der Deutsche galt immer eher als Aktienmuffel hatte seinen Geld lieber auf Festgeld oder Tagesgeld.
00:07:25: muss man hier wirklich diesen Trend Richtung Wertpapier Richtung Aktien Richtung ETFs bemerken kann?
00:07:32: okay Ja, die Leute saßen eben viel zu Hause während der Corona-Pandemie und dachten sich ja gut ich kann sowieso nicht in die Filiale zum Termin gehen.
00:07:41: Warum mache ich das denn nicht online?
00:07:43: Genau!
00:07:44: Interessant okay.
00:07:46: Gut du hast es da mehrere Male diesen Wandel angesprochen und das zeigt sich auch sehr klar in den Kaufkriterien.
00:07:52: also natürlich müssen wir über Preise sprechen.
00:07:56: dass er besonders einfach wie das Ganze bepreist, ist eine größere Rolle für gerade dieses Selbstentscheider spielt.
00:08:03: Und wenn man das jetzt mit der ETF-Dominanz zusammen denkt – was sagt das denn da eine Meinung nach über die tatsächliche Entscheidungslogik von Selbstentschidern im Brokerage aus?
00:08:14: Also wir haben im Rahmen unserer Studie eine Endkundenbefragung durchgeführt und die hat eigentlich alles bestätigt, was man über die Entscheidungsloge der Selbstentsscheider unter jungen Kunden vermutet hat.
00:08:28: Jungen Kunden kommt es primär um zwei Sachen an.
00:08:32: Erstens, sie wollen günstig investieren und zweitens sie wollen einfach investieren.
00:08:37: auch wichtig sind Themen wie Sicherheit.
00:08:41: ja Sicherheit der Wertpapiere an sich aber auch Performance der Plattformen in turbulenten Phasen allerdings.
00:08:50: eine weniger wichtige Rolle spielt als früher Und auch die mancher Anbieter glaubt ist die Breite des Angebotes.
00:08:58: Ja, man braucht nicht jede Art von Wertpapiergattung.
00:09:04: Es reichen eigentlich meistens Aktien ETFs gegebenenfalls auch ein paar Formprodukte aus aber man braucht da wirklich nicht die volle Bandbreite und man braucht doch innerhalb dieser Kategorien nicht die absolute Tiefe.
00:09:19: Das kommt eher darauf an Ein einfaches gut verständliches Kernangebot an Produkten anzubieten und das entsprechend zu bepreisen.
00:09:29: Und da ist es auch eigentlich einer der ersten Hebel, den ich mitgeben möchte um am Selbstentscheidern noch bei jungen Kunden erfolgreich zu sein.
00:09:39: Ist wirklich ein gut gepreistes Kernangebote und das entsprechende Zuvermarktung ins Schaufenster zu stellen.
00:09:47: Es gibt natürlich auch Pro Trader unter den Selbstentschidern.
00:09:52: wie Wie stehst du zu denen, sollten dann für gerade solche Pro-Trader separat Angebote bestehen.
00:10:00: Die über dieses einfache und günstige Kernangebot hinausgehen?
00:10:04: Wie siehst Du das?
00:10:05: Ja also da kommt es immer geschäftspolitisch drauf an welche Kundensegmente man primär adressieren möchte.
00:10:13: eben solche Pro Trader wie Du sagst haben andere Anforderungen.
00:10:17: ja für die sind eben genau die exotischen Gattungen, die exOTischen Produkte relevant und die brauchen auch komplexere Ordertypen oder komplexe Handelsplätze.
00:10:28: Wenn man mit einem Angebot alle glücklich machen möchte funktioniert das allerdings eher selten.
00:10:36: Womit wäre meine Empfehlung bei dem Einstiegsangebot beim Selbstentscheider-Angebot eher im Sinne der Einfachheit und auch im Sinne ... ein Kernangebot zur Verfügung zu stellen.
00:10:53: Wenn man dann dem ProTrader ein attraktives Angebot... ... hinstellen möchte, dann braucht man natürlich die Breite und das sollte dann auch anders bepreist werden.
00:11:03: Man ist da in einer anderen Kundensegmentlogik und sollte die dann auch separat hinstelle.
00:11:09: Und meines Erachtens geht es auch gut weil der gibt es zusätzliche Leistungen zusätzliche Mehrwerte für den Entkunden und die kann man dann auch separat beziehungsweise zusätzlich bepreisen.
00:11:24: Ja gut, wenn wir ja vor dem Hintergrund uns das überlegen, überrascht es mich jetzt auch wenig dass Neo Broker gerade so erfolgreich am Markt sind vielleicht gerade insbesondere um solche Pro Trader aber vielleicht auch Vielleicht die Selbstentscheider, die auch nach Basic Angeboten suchen und aber gut bepreist sind.
00:11:44: Dass sie da eben im Markt sind und solche Lösungen dann suchen.
00:11:49: Und wenn wir dieses Kundenverhalten als Ausgangspunkt nehmen, wo siehst du denn da die strukturellen Stärken des Modells?
00:11:57: Wo sind aus deiner Sicht da die Grenzen?
00:12:01: Also ich glaube, die Stärkung der Neobroker liegen auf der Hand.
00:12:04: Die Holner macht den Selbstentsscheider extrem gut ab!
00:12:08: Einerseits ist das Angebot der Neos günstig bepreist, andererseits ist es sowohl von der Angebotsbreite einfach zu verstehen bietet aber auch sehr intuitive und benutzerfreundliche Apps also Endkunden-Schnittstellen an.
00:12:25: Und NeoBroker haben noch eine sehr einfache kommunizierbare Value Proposition, ein einfaches Werteversprechen nämlich günstig und einfach anzulegen.
00:12:36: Das versteht der junge Kunde das versteht den neue Trader.
00:12:43: Und das Wachstum der Neo Broker Der letzten Jahre zeigt doch einfach dass dieses Modell erfolgreich ist.
00:12:50: Man hat einfach extrem viele Depots in den letzten Jahren gewinnen können.
00:12:53: man hat sehr viele Neukunden gewinnen kann.
00:12:56: allerdings muss man hier auch sagen, dass die Volumina trotzdem hinter dem von etablierten Banken zurückliegen.
00:13:04: Also vielleicht zehn bis zwanzig Prozent der Voluminer von etablierten Banken liegt im durchschnittlichen Depot eines Neo Brokers?
00:13:13: Der Nachteil der Neo Broker Geschäftsmodelle ist das sie eigentlich sehr stark auf den Happy Case ausgelegt sind.
00:13:21: also wenn jemand Ein World ETF kaufen möchte, dann geht das einfach in drei Klicks.
00:13:27: Dann hat man den im Portfolio, im Depot... Wenn man allerdings doch mal ein exotischeres Produkt möchte, wird man bei Neo Broker nicht zündig oder wenn man doch mal einen anderen Handsitzplatz möchte, ja, hat man da auch eben nicht die große Auswahl.
00:13:44: Anderes Thema ist auch turbulente Marktphasen.
00:13:48: Da hatten Neo Brokers teilweise stärkere Performance Probleme mit ihren Plattformen und es gibt wenig Kunden-Support.
00:13:58: Wenn ein Endkunde doch noch mal einen Anliegen hat, wenn was mit der App nicht funktioniert oder wenn man da eine tief ergreifende Frage hat dann hat man eben einfach mich den Ansprechpartner beim Neo Broker dem man jetzt bei der Filialbank oder bei der Direktbank hat.
00:14:13: Und genau hier liegt eigentlich auch ein weiterer Hebel für die etablierten Banken Nämlich Themen Sicherheit und die Themen Service Qualität und Betreuung.
00:14:26: Ja, das sind da einfach auch zwei Kernfähigkeiten auf denen man aufbauen sollte und jemand hebeln sollte um sich zu positionieren.
00:14:36: Also du sagst an der Stelle dass vielleicht dann Neobroker im Gegensatz zu Direktbanken gegebenenfalls noch Aufholbedarf nenne ich ihn jetzt mal hat, wenn es um Kundenservices geht, Erreichbarkeit
00:14:51: etc.,
00:14:52: oder?
00:14:52: Genau.
00:14:53: Okay.
00:14:54: Dass man dann einfach den Ansprechpartner in der Bank hat, der immer für einen verfügbar ist.
00:14:59: Genau!
00:15:00: Das ist Entkunden auch wichtig.
00:15:02: Ja.
00:15:02: Das haben wir dann auch in unserer Entkundenbefragung rausfinden können.
00:15:07: Es ist wirklich ein Punkt wo Kunden drauf schauen und eben wo sich die etablierten Banken abgrenzen können.
00:15:17: Guter Punkt, dort ist da gerade mal die Grenzen der Neobroker ein bisschen aufgeführt.
00:15:22: Und wenn wir die noch einmal im Kopf behalten, wirkt er die Positionen der gerade angesprochenen Filialbanken und Direktbanken fast konträr?
00:15:31: Also viel Service, viel Angebotstiefe aber oft ein hohes Preis, wo es einfach zu teuer ist das eher historisch erklärbar.
00:15:40: oder Ist das inzwischen wirklich ein echter strategisches Problem?
00:15:45: also Ein strategisches Problem ist es auf keinen Fall.
00:15:51: Filial und Direktbanken haben einfach eine ganz andere Ausgangsbasis oder ein ganz anderes Geschäftsmodell, nehmen wir mal die Filialbanken.
00:15:59: Die haben wie der Name schon sagt ein breites Filialnetz sie haben zahlreiche Berater und auch hinten raus einfach die Service Mitarbeiter, die Service Kapazitäten ja?
00:16:12: Und wie gesagt das sind einfach Mehrwerte die den Endkunden wichtig sind und die auch entsprechend bepreist werden.
00:16:21: Und dadurch ist eigentlich das Beratungsgeschäft ein ganz anderes Spiel als das Direktgeschäft, ja?
00:16:28: Also man würde Äpfel mit Birn vergleichen wenn man direkt Angebote mit Beratungangeboten vergleichenn würde.
00:16:36: Und dass diese Modelle erfolgreich sind zeigen auch einfach die großen Kundenstelle mit der etablierten Banken und die großen Depotvoluminer, die immer noch im Beratungsgeschäft ansässig sind.
00:16:50: Allerdings hat man schon die Herausforderung wenn man nach vorne schaut dass eben ein Großteil der jungen Kunden jetzt nicht mehr Beratungskunden sind sondern selbstentscheider.
00:17:01: und da braucht man dann eben das besprochene Kernangebot Neo-Angebot sag ich mal um diese Kunden zu erreichen.
00:17:11: Und da wird es dann spannend, weil sobald die Filialbanken aus dem Beratungsgeschäft rausgehen und in das Direkt-Beschäft reingehen.
00:17:21: Wenn das Neo-Geschäft gehen werden sie eben auch mit den Neoanbietern verglichen.
00:17:26: Da ist jetzt gerade einfach viel Musik im Markt.
00:17:29: Also ich denke aber auch du hattest es gerade ausgeführt dass immer mehr etablierte Anbieter den Schuss gehört haben ... dass sie eher selbstentscheider sind, ihre Kunden und keine Beratungskunden mehr.
00:17:43: Also so positionieren sich da dann auch viele Anbieter mit den Marktteilnehmern... ...mit neuen Angeboten in einem neuen Segment,... ...dass ihr laut eurer Studie Discount Plus nennt?
00:17:55: Vielleicht führst du das einmal aus was das genau bedeutet und beantwortest die Frage ob wir hier wirklich eine neue stabile Marktlogik bereits schon sehen!
00:18:06: Ja also Wir haben jetzt in den letzten Monaten sehr viele Beispiele gesehen, wie sich etablierte Filial aber auch Direktbanken sagst neu am Markt positionieren.
00:18:23: Und was wir hier haben ist das ja oftmals erwähnte Kernangebot an Wertpapierprodukten und Leistungen.
00:18:33: Aber verbunden eben mit der Sicherheit Also der performanten Plattform und Infrastruktur einer etablierten Bank.
00:18:43: Und eben der Servicetiefe, einer solchen Bank.
00:18:48: Das aber zu Neopreisen.
00:18:50: Okay!
00:18:54: Das ist sehr spannend weil es bringt ein Stück weit das Preis-Leistungsverhältnis im Markt oder die Verteilung der Preisleistungs Verhältnisse in eine neue Dynamik Weil davor hatte man die etablierteren Anbieter mit eher hohen Preisen und einem eher hohe Leistungsangebot.
00:19:18: Auf der anderen Seite hatte man den Neos, die dann eher Discounter waren wenig Angebot hatten... ...und das zu günstigen Preisen.
00:19:26: Und jetzt gibt es was dazwischen!
00:19:29: Das wird jetzt sehr spannend.
00:19:32: Da haben wir auch nicht nur die Etabliertenanbietern hinvorgestoßen sondern auch die Nios selber, die ja auch ihr Angebot erweitern.
00:19:41: Teilweise jetzt auch Service-Angebote aufbauen und natürlich immer noch ihre höchstwettbewerbsfähigen Preise anbieten.
00:19:49: Die Nios kommen also auch in dieses Discount plus Segment zumindest einige davon.
00:19:55: Und was hat das zu Implikationen?
00:19:58: Also grundsätzlich der Wettbewert verschärft sich sehr stark im Moment wenn Sie sehen einen sehr starken Preisdruck.
00:20:05: Man sieht einfach auch ein Jahr Wettrüsten der Angebote und das wird jetzt eigentlich jeden Anbieter dazu bringen, nochmal die eigene strategische Positionierung zu überdenken.
00:20:17: Und dann noch mal eine aktive Entscheidung zutreffen wo man denn wirklich am Markt sein möchte?
00:20:23: Wo man taziert sein möchte auf der anderen Seite was bedeutet dass für die Neuanbietern es gibt ja zahlreiche ich nenn sie mal Copycat Neo Broker Ja von dem Werteversprechen nicht stark voneinander unterscheiden und es war meine These, dass in diesem Bereich eine starke Konsolidierung stattfinden wird.
00:20:46: Und am Ende im Neomarkt eigentlich ein Handvoll Player dann übrig bleiben wird die dann eben in diesen Discount plus Segment aktiv sind.
00:20:56: Nur zum Verständnis Discount Plus ist das eine Terminologie, die ihr in der Studie benutzt habt?
00:21:01: Oder ist es marktweit eine Begrifflichkeit, die benutzt wird.
00:21:06: Das ist ne Terminologe von uns, die wir uns einfach abgeleitet haben aus unserer Marktbeobachtung um dieses neue Segment was gerade entsteht besser beschreiben zu können, besser klassifizieren zu können.
00:21:22: Sehr spannend also dieses Discount plus wenn ich das Richtig verstanden habe von dir also wirklich die Direktangebote, von Filial- und Direktbanken.
00:21:32: Die dann aber auch die Punkte Sicherheit und Qualität groß schreiben.
00:21:37: Aber dann auch die Angebotsbreite von etablierten Banken.
00:21:41: Dann aber mit einem Preisniveau von Neoprogramm verbinden.
00:21:45: Richtig?
00:21:46: Genau!
00:21:47: Einziger Punkt ist zum Teil sind die Angebote in der Breite eingeschränkt gegenüber dem normalen Angebot.
00:21:57: Okay, also da ist es ja ein sehr großer preislicher Druck auf dem Angebot der klassischen Anbieter, den man ja laut deinen Ausführungen entsprechend begegnen sollte richtig?
00:22:10: Ja absolut und das wäre auch eigentlich eine Leitplank die ich Banken mitgeben würde Die grundsätzliche eigene Preislogik nochmal zu hinterfragen.
00:22:22: Also was einfach wichtig ist ist, dass man ein niederschwelliges Einstiegsangebot mit niederschwälligen Einstieckspreisen anbietet um so den Kampf um die jungen Kunden und Neukunden zu gewinnen.
00:22:37: Und da auch stark die Preismodelle zu vereinfachen...
00:22:43: Also George, du hattest es uns ja einen sehr tiefgründigen Eindruck zur Studie gegeben.
00:22:48: Die Dynamiken am Markt gerade auch vom Kundenverhalten oder was sich Kunden denn wünschen von ihren Banken aber natürlich auch die Herausforderungen durch die Neobanken, die immer weiter sich mehr im Markt etablieren für sie dann entstehen.
00:23:06: und wenn wir das jetzt alles einmal zusammenfassen für unsere Zuhörer vielleicht zum Abschluss.
00:23:12: Du hattest es gerade schon angesetzt, ich weiß das ist der Berater in dir, der immer dazu neigt eine Leitplanke vorzugeben.
00:23:20: aber wenn du dich vielleicht zum abschluss auf drei strategische Leitplanken fokussieren könntest also für das Mobile Investing dass du etablierten Filial und Direktbanken mitgeben würdest was wären denn die drei?
00:23:36: Also erste Leit Planke wäre Mobile Excellence.
00:23:40: Es ist inzwischen absolute Pflicht, einfach eine zeitgemäße, intuitive und reibungslose Endkundenschnittstelle also mobile App anzubieten.
00:23:54: Weil Kunden einfach investieren möchten.
00:23:58: Zweitens haben wir das Thema Pricing Excellence.
00:24:02: es ist wichtig ein niederschwelliges Niederschwellige Einstiegspreise an zu bieten Und grundsätzlich die Preismodelle zu vereinfachen, die bei einigen Banken immer noch eher komplex gestaltet sind.
00:24:16: Die große Herausforderung dabei ist es die neuen Kunden abzuholen aber gleichzeitig nicht den eigenen Bestand zu cannibalisieren.
00:24:25: und der dritte Punkt ist das Thema Service und Betreuung.
00:24:28: hier sollte man auf bestehenden Stärken aufsetzen eine möglichst komfortable Kundenreise für den Endkunden anzubieten.
00:24:41: Das heißt, punktuell den Kunden dazu unterstützen wo er oder sie das möchte und da einfach das größtmögliche Service Level anzubießen um sich eben von Neonbietern abzugrenzen.
00:24:56: Ja am Ende ist jetzt alles nicht einfach aber aus meiner Sicht lohnt es sich weil das Wertpapierdepot sich zum neuen Anker im Privatkundengeschäft etabliert hat und man eben durch diesen Anker jetzt die jungen Kunden für sich gewinnen kann.
00:25:15: Also es geht nicht nur darum, Brokerage-Kunden der Zukunft zu gewinnen sondern eigentlich den ganzen Privat-Kuntenmarkt.
00:25:25: sehr interessant also ich hatte ja zu Beginn damit begonnen.
00:25:29: wer hat mich schon einmal gedacht Geld anlegen ist heute eigentlich ganz einfach.
00:25:35: Wir machen ein paar Klicks, wir kaufen etwas und das ist fertig.
00:25:39: Und ich glaube deine Ausführungen George mit der Mobile Investing-Studie haben uns jetzt wirklich gezeigt dass da einiges an Komplexität dahinter steht nicht nur auf der Direkt- und Filialbankenseite sondern auch für Neobroker und Neobanken und dass sich da im Moment weiterhin viele Dinge entwickeln werden und da auch nachhaltig da Dynamik drin ist.
00:26:02: Also höchst spannendes Thema, also lieben Dank dir George für das Gespräch und die sehr wertvollen Einblicke.
00:26:09: Vielen Dank!
00:26:10: Also liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer wenn euch die Folge gefallen hat und ihr das genauso interessant fandet wie ich dann abonniert doch gerne unseren Podcast um immer auf dem Laufenden zu bleiben.
00:26:22: Zudem freuen wir uns immer über euer ehrliches Feedback zum Podcast und trete doch gerne einfach mit unserem Kontakt oder kommentiert hier direkt unter den Podcast, was ihr zu dieser Folge denkt.
00:26:35: Vielen Dank für eure Zeit und dann wenn ihr mögt bis zum nächsten Mal bei ZDB Sound of Finance!
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