Erleichterung oder Mogelpackung? Bankenregulierung 2026 zwischen Risiko und Bürokratieabbau.
Shownotes
Deregulierung oder Neukalibrierung? Die BaFin-Risikoanalyse 2026 im Praxistest
Die BaFin hat ihre Risikoanalysen für 2026 veröffentlicht – und die Botschaft ist eindeutig: Die Risikolage bleibt angespannt. Wirtschaftliche Unsicherheiten, geopolitische Spannungen und technologische Disruptionen prägen das Bild. Gleichzeitig werden aus der Bankenbranche die Rufe nach Deregulierung lauter. Aber wie passt das zusammen?
In dieser Episode von Sound of Finance gehen wir gemeinsam mit unseren Gästen Ulf Morgenstern und Christian Klaus – beide ausgewiesene Experten für Bankenregulierung und Prüfungsberatung im zeb – genau dieser Frage auf den Grund.
Was Euch in dieser Episode erwartet: • Die sechs Hauptrisiken der BaFin – von Marktkorrekturen über Kreditrisiken im Gewerbeimmobilienmarkt bis hin zu Cyberrisiken und Geldwäsche: Was bedeuten sie konkret für Banken und deren Risikoberichte? • Aufsichtsschwerpunkte bis 2028 – Wie passt die BaFin ihre Prüfverfahren an und welche Schwerpunkte setzt sie bei Kredit-, Cyber- und Governance-Risiken? • Deregulierung oder Mehrbürokratie? – Das BRUBEG-Gesetz und andere Initiativen versprechen Erleichterungen, schaffen aber gleichzeitig neue Anforderungen. Wir ordnen ein, was sich für Banken wirklich ändert. • Das Kleinbankenregime im Fokus – Welche konkreten Erleichterungen bei Meldevorgaben ergeben sich für Institute unter 10 Milliarden Bilanzsumme – und welche Unsicherheiten bleiben? • Die Kernfrage: Ist das, was als Deregulierung angekündigt wird, am Ende eine Neukalibrierung des regulatorischen Rahmens – mit neuen Lasten an anderer Stelle?
Fazit der Episode: Die aktuelle Entwicklung bietet Chancen – aber keine einfachen Antworten. Banken brauchen wachsames Risikomanagement und einen aktiven Dialog mit der Aufsicht, um die Balance zwischen regulatorischer Compliance und unternehmerischer Freiheit zu halten. Eines ist klar: Wer die neuen Rahmenbedingungen frühzeitig versteht, verschafft sich einen entscheidenden Vorteil.
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Transkript anzeigen
00:00:07: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Sound of Finance,
00:00:10: dem Podcast von zeb. Schön, dass ihr wieder dabei seid.
00:00:14: Kürzlich wurden die Risiken im Fokus der BaFin 2026 veröffentlicht.
00:00:19: Darin werden die Finanzmarktrisiken, bedeutende Trends und erstmals auch die
00:00:23: Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher aus der Perspektive der deutschen
00:00:27: Bankenaufsicht veröffentlicht.
00:00:29: Erkennbar ist, dass die Risikolage angespannt bleibt. Dies ergibt sich aus dem
00:00:33: Zusammenspiel von wirtschaftlicher Unsicherheit, geopolitischen Spannungen und
00:00:38: disruptiven technologischen Entwicklungen.
00:00:41: Gleichzeitig ist der Ruf nach Deregulierung und Entlastungen auch aus der Bankenbranche
00:00:45: zu hören. Und dieser Ruf scheint gehört zu werden.
00:00:49: So gibt es bereits diverse Ankündigungen der Bankenaufsicht und des Gesetzgebers
00:00:54: zu regulatorischen Erleichterungen für die deutsche Bankenlandschaft.
00:00:57: Doch wie passen diese beobachteten Entwicklungen zusammen? Eine angespannte
00:01:01: Risikolage auf der einen Seite und Deregulierung auf der anderen Seite.
00:01:05: Welche Erleichterungen werden diskutiert und wird Regulatorik für Banken tatsächlich einfacher?
00:01:11: Darüber möchte ich heute mit meinen zwei Gästen diskutieren.
00:01:14: Ulf Morgenstern und Christian Klaus. Beide waren bei uns schon mehrfach im Podcast zu Gast.
00:01:19: Ulf ist Senior Manager und Christian Partner im zeb.
00:01:23: Ihre Schwerpunktthemen sind die Bankenregulierung und die prüfungsnahe Beratung.
00:01:27: Schön, euch wieder hier im Podcast zu haben. Herzlich willkommen.
00:01:30: Ja, vielen Dank, Jan. Wir freuen uns natürlich auch wieder hier zu sein und
00:01:34: ich glaube, wir haben heute sehr spannende Themen mitgebracht.
00:01:36: Wird ein sehr voller Podcast werden. Freut euch drauf.
00:01:40: Genau, dann auch nochmal Hallo von mir. Hallo Jan, hallo Ulf.
00:01:42: Ich freue mich ebenso und lass uns direkt loslegen.
00:01:45: Genau, Ulf, du hast gerade schon gesagt, viele spannende Themen und lass uns
00:01:48: gleich spannend starten, weil das interessiert viele Banken,
00:01:51: wie die Aufsicht die Schwerpunkte setzt und was sind so die Risiken der BaFin,
00:01:55: wie eingangs schon kurz gesagt. Ja, lasst uns damit starten.
00:01:58: Was sind denn die wichtigsten Risiken, die die BaFin für 2026 sieht?
00:02:03: Ja, ist, glaube ich, ein guter Beginn, weil tatsächlich die ganzen Regulierungsthemen
00:02:07: und vor allem Aufsichtsthemen entwickeln sich aus den Risiken der BaFin.
00:02:12: Also die BaFin veröffentlicht diese und leitet hieraus ihre Maßnahmen ab.
00:02:15: Und in diesem Jahr wurden die sechs wichtigsten Risiken wieder veröffentlicht.
00:02:19: Ich würde sie einmal kurz durchgehen und anschließend nochmal kurz einordnen.
00:02:23: Also das erste Risiko, was identifiziert wurde, wobei man muss dazu sagen,
00:02:27: vielleicht vorab, es geht jetzt nicht nach einer Priorisierung,
00:02:29: sondern sie sind alle gleichgewichtet.
00:02:31: Das erste ist das Risiko von Marktkorrekturen, wo entsprechende Bewertungsrisiken
00:02:35: bestehen, was entsprechend im Bereich der Marktpreisrisiken ja auftauchen kann bei den Banken.
00:02:41: Dann das ganze Thema Kreditgeschäft, in diesem Fall sogar von zwei unterschiedlichen Risikoarten.
00:02:46: Einmal das Thema Gewerbeimmobilienmarkt, wo immer noch eine angespannte Risikolage
00:02:49: ist und dann das ganze Thema Unternehmenskredite, wo auch ein zunehmender Ausfall
00:02:54: von diesen Krediten zu identifizieren ist und entsprechend ein hohes Risiko besteht.
00:02:58: Zusätzlich die Themen Cyber-Vorfälle, also das ganze Thema Cyber-Risiko ist
00:03:04: auch relevant für die Banken.
00:03:06: Auch hier haben wir diverse Angriffe erlebt, diverse Bedrohungen,
00:03:11: sodass da auch die Aufsicht einen Fokus drauf legen wird.
00:03:15: Das Gleiche auch im Bereich der IT-Risiken, im Bereich auch dem Thema DORA,
00:03:20: was ja aktuell in aller Munde ist, das Thema IKT-Dienstleister.
00:03:23: Dort sieht die BaFin diverse Konzentrationsrisiken.
00:03:26: Und last but not least das ganze Thema Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung.
00:03:31: Auch hier sieht die Aussicht wesentliche Risiken und hat diese in ihren sechs
00:03:34: wesentlichen Risiken berücksichtigt.
00:03:36: Genau, die Trends, die sich daraus ableiten, sind, glaube ich,
00:03:39: auch dann sehr schnell zu erschließen.
00:03:41: Das ist natürlich einmal die Digitalisierung, die auch voranschreitet.
00:03:45: Die Risiken, die wir gerade genannt haben, Cyberrisiken, Konservationsregeln
00:03:48: bei IKT-Dienstleistern spielen natürlich auch mit rein.
00:03:51: Und auch da immer die Frage der Sicherheit, der Sicherheitsanforderungen,
00:03:55: die sich die BaFin anschaut.
00:03:56: Schlagwort hier auch immer noch DORA, wo natürlich auch sehr stark dann auf
00:04:00: solche Dinge dann eingegangen wird.
00:04:02: Das ganze Thema Nachhaltigkeit, wie man natürlich damit umgeht.
00:04:08: Wie das dann halt aus dem MaRisk umgesetzt wird, über die Strategien in die
00:04:13: Prozesse, in Risikobewertung bis hin in das Reporting mit hinein,
00:04:18: auch über eine stärkere Bewertung.
00:04:20: Prüfungen, die wir dann dort auch feststellen, auch nach aus den Gegenden mit
00:04:23: den Kunden, Schlagwort Greenwashing, also inwieweit sozusagen auch Angebote
00:04:27: dann wirklich dann diese Nachhaltigkeit, Auszeichnungen halt auch verdienen.
00:04:32: Ja, insgesamt, das spielt auch oben mit rein, diese geopolitischen Umbrüche,
00:04:37: die wir halt sehen, Handelskonflikte, Sanktionen, Cyberangriffe,
00:04:40: auch zum Teil ja Länder getrieben,
00:04:43: die natürlich dann halt auch sich dann in den einzelnen Unterumständen wieder
00:04:46: auch Bilanz wiederfinden, wenn Marktpreise schwanken, wenn Immobilien runtergehen,
00:04:51: wenn auch die Unternehmen entsprechend nicht mehr so stabil sind.
00:04:55: Und das alles natürlich hat die BaFin dann auch zum Anlass genommen,
00:04:58: hier natürlich dann auch tätig zu werden und das einmal dann auch darzustellen.
00:05:03: Ja, das ist ja ganz schöne, sage ich mal, Spanne an Risiken und auch interessante Trends.
00:05:07: Was mich mal interessieren würde, jetzt im Vergleich zum Vorjahr,
00:05:10: das sind ja, glaube ich, jährlich veröffentlicht sozusagen die Risiken der Aufsicht.
00:05:14: Wie haben sich die denn verändert oder wie konstant sind die denn so aus eurer Sicht?
00:05:18: Ja, es kommt darauf an, in welchem Blickwinkel mal guckt. Tatsächlich auch im
00:05:21: ersten Blick sieht es so aus, als wären die Risiken konstant,
00:05:24: weil tatsächlich dieses 6er Risikoset ist gleich geblieben.
00:05:27: Wenn man dann natürlich aber genauer hinschaut, ist es schon so,
00:05:30: dass sich die Risiken verschärft haben.
00:05:33: Also wir sehen von so ein bisschen weg von den strukturellen Verwundbarkeiten.
00:05:37: Urfeld eben das ganze Thema geopolitische Umbrüche benannt, das ist natürlich immer noch relevant.
00:05:42: Wir sehen aber tatsächlich, dass auch wirklich operativ sich Risiken ergeben,
00:05:46: die nicht nur in der Theorie irgendwo stehen, sondern die auch wirklich schlagend
00:05:48: werden. Das ist unter anderem bei den Kreditrisiken relevant,
00:05:51: bei den Unternehmenskrediten.
00:05:53: Dort haben wir Ausfälle im letzten Jahr gehabt, Unternehmensinsolvenzen von
00:05:57: 10 Prozent, Steigerung im Vergleich zum Vorjahr.
00:05:59: Also insofern wirklich was, was sich messbar in den Risikoberichten der Banken auch wiederfindet.
00:06:04: Und auch beim Thema Cyberrisiken haben wir eben schon angedeutet,
00:06:07: dass dort auch wirklich Vorfälle identifiziert wurden.
00:06:11: Die Angriffe nehmen zu, wir hatten 600 schwerwiegende Vorfälle im letzten Jahr.
00:06:14: Insofern auch da wirklich operative Risiken, die bestehen. und wenig Entspannung, muss man sagen.
00:06:21: Also die Risiken sind gleich geworden und haben sich sogar noch ein bisschen
00:06:23: verstärkt und kommen tatsächlich in den Gewinn- und Verlustrechnungen der Banken auch an.
00:06:27: Genau, es soll sein, dass man es halt wirklich jetzt so langsam leider in den
00:06:31: Bilanzen sieht, in der G&V sieht, aber natürlich auch oftmals in Veröffentlichungen der BaFin,
00:06:36: gerade zum Beispiel auch zum Thema Geldwäscheprävention, wenn dann wieder halt
00:06:40: auch Maßnahmen ergriffen werden oder auch nach Kreditausfällen,
00:06:43: wenn auch dann Prüfungen waren.
00:06:45: Das heißt also auch hier sieht man, dass auch dann die Häufigkeit von solchen
00:06:49: Meldungen auch dann auch zugenommen haben.
00:06:52: Das zeigt auch, dass man es wirklich ernst nimmt und dass es auch dann am Markt
00:06:55: auch leider auch ersichtlich ist.
00:06:58: Okay, das ist sehr spannend. Und ich sage mal, jetzt haben wir ein bisschen
00:07:00: besseres Verständnis, was so die Risikotreiber für 2026 sind.
00:07:05: Und ihr sagt auch, dass sich die in Teilen immer stärker auch materialisieren
00:07:08: in den Bilanzenbüchern der Banken.
00:07:10: Lass uns vielleicht noch so ein bisschen zurückzoomen und mal schauen,
00:07:13: welche Maßnahmen denn jetzt die Aufsicht konkret plant, um diesen Risiken zu begegnen.
00:07:18: Also die Aufsicht hat jetzt das Aufsichtsprogramm weitergeschrieben,
00:07:22: 2026 bis 2028, also auch der Blick nach vorne und hat dort drei Schwerpunkte
00:07:28: dann auch bekannt gegeben.
00:07:30: Das ist einmal, glaube ich, wenig überraschend Wirtschaft und Kreditrisiken,
00:07:34: um genau diesen Risiken auch entgegenzuwirken oder sie frühzeitig zu erkennen.
00:07:40: Diese Schwerpunkte wird man dort setzen. Weiterhin muss man sagen,
00:07:43: auf den Kreditvergabestandards, wo immer noch Lücken oder auch entsprechende Feststellungen sind.
00:07:49: Ja, natürlich dann zunehmend spannend das Thema Risikovorsorge und Sicherheiten,
00:07:54: Sicherheitenbewertung, die man dort hat und auch sowas wie der LSI-Stresstest,
00:07:59: Schlagwort Zinsrisiken oben.
00:08:01: Das heißt, da wird man schon einen großen Schwerpunkt jetzt auch nochmal im
00:08:05: Rahmen der Prüfung drauflegen. Zweitens großes Thema wäre dann halt IT-Sicherheit
00:08:09: und DORA, aber auch das sehr stark nachvollziehbar.
00:08:13: Wir sehen jetzt auch zunehmend sehr intensive DORA-Prüfungen und auch da sind
00:08:20: manche Häuser durchaus überrascht,
00:08:23: in welcher Tiefe auch dort Umsetzung, in welcher Tiefe dort auch dann auch Prozesse
00:08:30: von Seiten der Aufsicht erwartet werden und entsprechend dann auch zur Feststellung führen.
00:08:34: Und das dritte Thema, was wir dann auch noch gesehen haben, Governance,
00:08:38: also wirklich die ganze Frage nach Organisation,
00:08:43: Führung, Vorgaben, das ist ja ein sehr breites, auch ein etwas unkonkreteres
00:08:48: Feld sicherlich für den einen oder anderen,
00:08:50: aber auch hier will man dann gezielt über Sonderprüfung reingehen,
00:08:55: also auch angefangen mit solchen Fragen wie Risikokultur und solchen Dingen,
00:08:59: dort einfach nochmal mehr halt auch zu schauen, wie das halt in dem Haus dann auch gelebt wird.
00:09:05: Die BaFin formuliert es immer ganz schön, das gucken wir uns an bei den Banken
00:09:08: und das ist eben ein Fokus, wie Ulf es auch gesagt hat, im Rahmen der Sonderprüfung,
00:09:12: natürlich aber auch im Rahmen der laufenden Aufsicht.
00:09:14: Also sie werten sehr intensiv Risikoberichte aus, sie sprechen mit den Banken,
00:09:17: führen Bundesbankgespräche mit denen.
00:09:19: Also insofern können sich die Institute darauf verlassen, dass sie auf kurz
00:09:23: über lang mit den Aufsichtsbehörden auch zu den genannten Themen tatsächlich
00:09:26: auseinandersetzen müssen.
00:09:28: Jetzt muss ich sagen, das hatten wir ja eingangs auch schon so ein bisschen,
00:09:30: dann habe ich versucht, dieses Spannungsfeld darzustellen.
00:09:33: Das klingt jetzt für mich irgendwie nicht gerade nach großen Möglichkeiten für Erleichterungen.
00:09:37: Also angespannte Risikolage, schon eine ganze Palette auch an Risiken, die die Aufsicht sieht.
00:09:43: Vielleicht mal in eure Richtung gefragt, vielleicht an dich zuerst,
00:09:46: Ulf. Warum soll es denn überhaupt regulatorische Erleichterungen geben?
00:09:49: Jetzt müssen wir natürlich trennen zwischen Erleichterungen und zwischen sozusagen
00:09:53: einem Absenken von Standards.
00:09:56: Also das Ziel ist wirklich Erleichterungen in den Prozessen,
00:09:59: in der Komplexität darzustellen.
00:10:01: Was man auf gar keinen Fall will, ist aber irgendwelche Standards dann dadurch jetzt massiv zu senken.
00:10:06: Das würde ja dann auch genau entgegen zielen. Man muss natürlich eins sehen,
00:10:10: viele Standards, viele Regeln kommen halt aus Basel, Basel 2,
00:10:15: Basel 3, jetzt auch final.
00:10:17: Wenn man sich das mal wirklich mal vor Augen führt, ist Basel nur für Großbanken
00:10:20: damals aufgelegt worden, wurde aber für die EU für alle Banken halt dann verpflichtend.
00:10:26: Das mag in manchen Ländern auch kein großes Problem sein, weil die Bankenstrukturen
00:10:31: dann dort eher auf Großbanken sind.
00:10:33: Aber gerade zum Beispiel in Deutschland haben wir über 1300 Banken,
00:10:37: sehr, sehr viele kleinere Häuser, Genossenschaftsbanken, Sparkassen.
00:10:42: Die auch diese Regeln einhalten müssen, für die sie aber nie gedacht waren und
00:10:46: die natürlich dann dort eine hohe Komplexität auch dann ausweisen.
00:10:49: Also wir haben hier einen doch sehr besonderen Markt, vielleicht ein zweites
00:10:52: Beispiel, liest man sich mal die CR3 durch, man wird nie das Wort Bausparkasse
00:10:57: finden, die gibt es einfach in der EU nicht, die gibt es in Deutschland,
00:11:00: in Österreich und dann dabei ist es dann auch schon hin.
00:11:03: Das heißt auch da, keine Spezialregeln von EU-Seite, aber auch dort wieder halt
00:11:07: Regeln, die dann halt alle einhalten müssen.
00:11:09: Und deswegen will man jetzt hier wirklich mit einem gezielten Blick auch auf
00:11:13: die Größe, auf die Komplexität, auf den Risikogehalt Regeln vereinfachen,
00:11:19: ohne Standards zu senken.
00:11:21: Und das ist ja eine Forderung, die gerade aus den genannten Bankkreisen schon
00:11:25: seit Jahren auch gestellt worden ist. Der Hintergrund dort ist dann,
00:11:28: dass man dann eher versuchen wird, prinzipienorientierter zu arbeiten,
00:11:32: deswegen also auch die Standards da durchaus auch dann hochlässt.
00:11:35: Dazu kann man vielleicht gerne nochmal, wenn wir über die nächste Amt-Eberrüst-Novelle
00:11:39: sprechen, denn eine prinzipienorientierte Aufsicht hat sowohl vor,
00:11:43: als aber auch Herausforderungen, um es mal so zu formulieren.
00:11:47: Also vielleicht ganz kurz spannend fasse ich mal zusammen. Es geht jetzt weniger
00:11:50: darum, Erleichterungen so zu verstehen, dass die Standards gesenkt werden und
00:11:54: dadurch irgendwie die Aufsicht entspannter gegenüber den Banken wird,
00:11:59: sondern das ganze Rahmenwerk etwas vielleicht auch zu entschlacken,
00:12:03: prinzipienorientierter zu machen und auch passender je Größe des Instituts, höre ich gerade raus.
00:12:08: Gerade weil es ja in Deutschland diese unglaublich andersartige Bankenlandschaft
00:12:13: auch gibt im europäischen Vergleich mit vielen regionalen und kleinen Banken
00:12:17: und da halt auch passende Regulatorik für die zu machen.
00:12:20: Was heißt denn das jetzt konkret? Also könnt ihr uns mal Beispiele geben oder
00:12:24: mir mal Beispiele geben für Erleichterungsinitiativen, die gerade anstehen?
00:12:27: Ich habe schon rausgehört, die neunte MaRisk-Novelle ist so ein Thema.
00:12:31: Vielleicht könnt ihr darauf mal eingehen und auch weitere Beispiele.
00:12:34: Genau, wir haben tatsächlich ein paar konkrete Anfasser, wo die Aussicht jetzt
00:12:38: wirklich ernst macht mit dem Thema Deregulierung, wo wirklich Themen wegfallen.
00:12:42: Ein Beispiel, was gleich gerade sehr aktuell ist, das Thema Millionenkreditmeldewesen,
00:12:47: was wirklich abgeschafft wurde, was wirklich einen formellen Aufwand geführt
00:12:50: hat, aber ehrlicherweise nicht dazu geführt hat, dass Risiken besonders gut
00:12:54: gesteuert wurden oder halt auch ausgesteuert wurden.
00:12:56: Insofern, da haben wir schon was, was beschlossen ist. Das andere Thema,
00:13:00: was auch aktuell im Bundestag tatsächlich ist, also kurz vorm Beschluss,
00:13:05: ist gerade in den Gremien zur Diskussion, das nennen wir, Brubeg.
00:13:09: Bankenrichtlinien, Umsetzungs- und Bürokratieentlastungsgesetz.
00:13:12: Also der Name alleine verspricht jetzt irgendwie keine große Erleichterung.
00:13:15: Das ist schon ein Zungenbrecher.
00:13:16: Genau, da kommen wir vielleicht gleich kurz zu, was da Inhalt ist.
00:13:20: Ulf hatte das Thema MaRisk-Novelle angesprochen, wo tatsächlich auch mal konkrete
00:13:24: Erleichterungen in diesem Jahr versprochen wurden. Das ist die zehnte Emerist-Version.
00:13:28: Bislang ist immer irgendwie was ergänzt worden. Jetzt wird auch was rausgestrichen.
00:13:31: Das scheint auch in die richtige Richtung zu gehen.
00:13:33: Und als letzten Punkt, was man auch schon mal vielleicht antisern kann,
00:13:36: das ganze Thema Kleinbanken-Regime.
00:13:39: Da gibt es noch keine konkrete zeitliche Umsetzung aktuell. Aber auch dort gibt
00:13:42: es Vorüberlegungen, was Erleichterung insbesondere für kleinere Banken angeht.
00:13:46: Ja, Thema Kleinbankenregime, da würde ich später ganz gerne nochmal mit euch
00:13:50: drauf eingehen. Ich sage mal, Christian, das versuche ich auch mal.
00:13:55: Bankenrichtlinienumsetzungsgesetz und Bürokratieentlastungsgesetz,
00:13:58: oh Gott, schrecklicher Name, Brubeg. Lass uns das mal als Beispiel nehmen.
00:14:02: Ich finde, der Name klingt so gar nicht nach Erleichterung. Was ist denn da
00:14:06: inhaltlich geplant? Und kann man sich auch tatsächlich darüber streiten,
00:14:08: ob es mehr Erleichterung oder mehr zusätzliche Themen gibt, die dort festgeschrieben werden.
00:14:14: Grundsätzlich ist das Ziel von Brubeg, die Bürokratie abzubauen und den aussichtsrechtlichen
00:14:18: Rahmen zu modernisieren, was erstmal ganz gut klingt.
00:14:22: Gleichzeitig gibt es aber auch einige regulatorische Themen,
00:14:24: die neu dazukommen. Ich mache vielleicht ein paar Beispiele,
00:14:27: um das zu manifestieren.
00:14:29: Es sind tatsächlich irgendwie mehrere hundert Seiten, die da in so einem Gesetzestext sind.
00:14:33: Wer will, kann sich das gerne mal durchlesen, gerne mal googeln.
00:14:36: Ist aber keine schöne Abendlektüre, das schon mal vorab.
00:14:39: Also was sind Themen? Thema Governance-Verschärfung. Also tatsächlich ist das
00:14:43: ganze Thema Governance, Führung, internes Kontrollsystem, wird immer wichtiger.
00:14:47: Da werden auch zusätzliche Schnittstellen eingeführt, zusätzliche Prüfungen,
00:14:51: die erforderlich sind, sowas wie eine frühzeitige Eignungsprüfung.
00:14:54: Es muss rechtzeitig gemeldet werden, was wesentliche Schlüsselindikatoren und
00:14:57: Schlüsselpersonen angeht vor allem.
00:14:59: Also von daher da eher eine Verschärfung. Beim zweiten Thema auch eine Verschärfung.
00:15:03: Also wir werden gleich sehen, es sind irgendwie mehr Verschärfungen als tatsächliche Erleichterung.
00:15:06: Das ganze Thema Fusion und Beteiligung. Auch das ist relevant für insbesondere
00:15:11: die kleineren Banken und Sparkassen, weil dort die meisten Fusionen stattfinden.
00:15:16: Da gibt es zusätzliche Prüfverfahren. Es gibt erweiterte Dokumentationspflichten.
00:15:20: Es muss die Fusion zukünftig der Aufsicht vorher angezeigt werden und auch es
00:15:26: muss eine Genehmigung erfolgen.
00:15:27: Es wird Checklisten geben, die durchgeführt werden müssen, also zusätzliche Hürden.
00:15:32: Ehrlicherweise gibt es da noch keine finale Entscheidung. Aktuell ist es noch
00:15:35: in Diskussion, dass gerade die Sparkassenverbände und die Genossenschaftsverbände,
00:15:39: die da eh Prüfungshandlungen durchführen, möglicherweise, dass es für diese
00:15:42: Banken nochmal Erleichterung geben soll.
00:15:45: Andere Thema, da werden wir gleich auch noch mal kurz darauf zu sprechen kommen,
00:15:48: im Zusammenhang mit der MaRisk-Novelle, ist das ganze Thema ESG.
00:15:50: Also es geht ja jetzt um ein tatsächliches Gesetz, das heißt dort wird es wirklich
00:15:55: eine Anpassung des KWGs, des Kreditwesengesetzes kommen, das heißt dort wird
00:16:00: auch explizit das Thema ESG, ESG-Risikosteuerung mit aufgenommen werden.
00:16:04: Auch das wird zu Umsetzungsaufwänden führen. So, ich möchte mal doch eine kleine Erleichterung geben.
00:16:10: Also ein Beispiel, wo es tatsächlich eine Erleichterung geben soll,
00:16:13: ist das Thema Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnissen nach § 18 KWG.
00:16:18: Dort ist aktuell die 750.000 Euro Grenze definiert.
00:16:21: Das soll verdoppelt werden auf 1,5 Millionen, was tatsächlich zu Erleichterungen
00:16:26: führt. Wobei, auch da müssen erst interne Prozesse angepasst werden.
00:16:29: Es muss auch nach dem Risikoprofil der Bank geschaut werden,
00:16:32: ob sie sich das leisten können.
00:16:34: Aber zumindest ein bisschen was Richtung Erleichterung gibt es.
00:16:37: Es gibt natürlich auch ein paar andere Themen, die erleichtert werden.
00:16:39: Aber insgesamt, das wollte ich so ein bisschen an den Beispielen zeigen,
00:16:42: ist es weniger Deregulierung, ein bisschen mehr Neukalibrierung vielleicht.
00:16:46: Und wenn man ehrlich ist, das Versprechen, was der schöne Name hergibt,
00:16:50: wird nicht ganz eingehalten.
00:16:53: Ja, das ist auch was ich jetzt auch so auf Projekten merke im Kontext von ESG,
00:16:58: dass auch dieses Thema Risikopläne dann ja auch mit ins KWG kommt und das nicht
00:17:03: gerade eine Erleichterung ist, was Institute da sehen.
00:17:05: Also kann ich zumindest mit meinem Blick darauf auch teilen,
00:17:08: was ihr beschreibt. Lass uns als nächstes nochmal, wie gerade angekündigt, auf die MRist schauen.
00:17:12: Genau, bislang gab es da ja eher mehr Regulierung und damit mehr Aufwand für die Institute.
00:17:17: Was ist denn eure Hoffnung, was das jetzt bedeutet, wo es zur Erleichterung
00:17:22: kommen kann, jetzt mit Blick auf die neunte MaRisk-Novelle? Die Aussagen der
00:17:26: Aufsicht sind da schon sehr konkret.
00:17:28: Es soll ja im März mit der Konsultation auch schon losgehen.
00:17:31: Man hat das letzte Jahr ja genutzt, um sich auch ein Bild zu machen,
00:17:34: auch mit den Verbänden sich auszutauschen, mit der Wirtschaft,
00:17:38: um in die richtige Richtung zu gehen. Um nur mal ein Schlagwort zu nehmen,
00:17:42: Aussage der Aufsicht, ein Drittel Text weniger.
00:17:45: Also wenn man ja heute mal guckt, wie viele Seiten das hat, ein Drittel,
00:17:48: das wäre ja schon wirklich eine extreme Erleichterung, dass man dort also wirklich
00:17:53: dann deutlich weniger Vorgaben hat. Deswegen eher prinzipienorientiert.
00:17:58: Ich spar es aber eben an, prinzipienorientiert hat natürlich Vor- und Nachteile.
00:18:02: Es ist weniger konkret geregelt, deswegen brauche ich auch weniger Text.
00:18:07: Hat natürlich die Herausforderung, es ist interpretationswürdiger.
00:18:11: Das heißt auch im Rahmen von Prüfungen natürlich können dort auch Prüfer,
00:18:14: können also entsprechend auch dann dort andere Ansichten vertreten sein als die Bank hat.
00:18:19: Je konkreter etwas geregelt wird, desto einfacher ist es natürlich dann auch
00:18:23: umzusetzen, prüfungssicher umzusetzen.
00:18:25: Also das ist erstmal gut, aber es hat auch seine Herausforderung an der Seite.
00:18:32: Zweite große ist, dass man mehrere neue Größenklassen einführen wird.
00:18:36: Man wird also einführen auch die Größenklasse sehr kleinen Institute,
00:18:41: also bis eine Milliarde, mit nochmal mehr Erleichterungen ist angekündigt.
00:18:45: Man hat dann die kleinen Institute, 1 bis 5 Milliarden, auch mit heutigen Erleichterungen
00:18:50: und dann 5 bis 30 entsprechend dann halt bis zur Grenze, wo die EZB auf sich
00:18:55: kommt. Und diese Grenze hat insofern eine auch wieder neue große Bedeutung.
00:19:00: Plan ist es, dass dann also die DSIs oder die Significant Institutes und die
00:19:07: EZB-Aufsicht stehen, nicht mehr die MaRisk einhalten müssen. Das heißt also, die davon befreit sind.
00:19:12: Die MaRisk dann wirklich nur noch für den Kreis der Institute dann Gültigkeit
00:19:16: hat, der etwas kleiner an der Stelle ist, um zu sagen. Man wird deswegen auch
00:19:20: diese Hinweise, die heute oder die letzten Novelle reingekommen sind,
00:19:24: auf die Eberleitlinie wieder rausnehmen.
00:19:26: War ja eben ein Kritikpunkt gewesen, ich muss den immer wieder danach lesen,
00:19:30: oftmals auf Englisch und so weiter.
00:19:31: Man hat dann wieder alles in einem Werk, sodass man dort dann auch natürlich
00:19:35: einfacher Sachen umsetzen kann.
00:19:39: Man wird aber auch, deswegen ähnlich wie eben auch schon Vor- und Nachteile
00:19:43: oder nicht nur entlasten, Man wird aber auch trotzdem nochmal die Vorgaben der
00:19:47: EWA Guideline für die ESG-Indikation wieder damit aufnehmen müssen oder weiter aufnehmen.
00:19:53: Man wird auch nochmal eine engere Verzahnung vornehmen, auch zu den DORA-Vorgaben,
00:19:58: sodass man dort also auch nochmal das eine oder andere ergänzen wird.
00:20:00: Und das Thema Governance hatten wir eben schon.
00:20:03: Also auch hier nochmal wieder klare Vorgaben für Verantwortlichkeiten im Vorstand.
00:20:09: Gerade bei kleineren Häusern, wenn man nur zwei Vorstände hat für Doppelfunktionen und so weiter.
00:20:14: Also auch das wird man sich anschauen müssen hinterher. Das kann natürlich auch
00:20:17: wieder zu Umsetzungsaufwand führen, selbst wenn erstmal formal die Entschlackung dann auch da ist.
00:20:24: Vielleicht ergänzend ein kleiner Spoiler noch, was Erleichterungen angeht,
00:20:27: so ein bisschen als Appetithappen.
00:20:29: Tatsächlich für die kleinen Institute, die Ulf angesprochen hat,
00:20:32: soll es wahrscheinlich zukünftig nicht mehr die Angemessenheitsnachweise im
00:20:35: jährlichen Turnus geben, was einen tatsächlich großen Aufwand gegeben hat für
00:20:38: sämtliche Risikomodelle.
00:20:40: Also von daher scheint es da wirklich in die richtige Richtung zu gehen.
00:20:44: Wir selber sind aber auch gespannt, was die zusätzlichen Inhalte sind und Ulf,
00:20:50: ich weiß nicht, ob wir es schon versprechen können, aber das wäre mit Sicherheit
00:20:53: auch nochmal ein Thema für einen separaten Podcast.
00:20:56: Davon gehe ich auch raus, ja. Ich glaube auch, das kam bis jetzt ja immer sehr
00:21:00: gut an bei unseren Zuhörerinnen und Zuhörern, die Podcasts über die neuen MaRisk-Novellen.
00:21:06: Ich denke, da laden wir euch super gerne wieder ein.
00:21:08: Was ich jetzt aber ganz spannend finde bei eurer Ausführung,
00:21:10: es scheint ja wirklich Abstufungen zu geben, je Größe des Instituts.
00:21:15: Und das ist ja dann schon eine spannende Geschichte.
00:21:18: Da würde ich auch nochmal ein bisschen tiefer einsteigen. Wir hatten ja auch
00:21:21: in einem unserer Podcast-Folgen, können wir auch gerne nochmal in den Shownotes
00:21:24: verlinken, schon über Erleichterungen von Banken gesprochen.
00:21:28: Gerade so die Aufsichtsmitteilung, die es von der BaFin für kleinere Banken
00:21:32: gab zu diversen Erleichterungen. Lass uns nochmal ein bisschen tiefer einsteigen
00:21:36: zu diesen Größenklassen, die jetzt diskutiert werden.
00:21:40: Könnt ihr da nochmal ein bisschen drauf eingehen, wie viele Banken werden da
00:21:43: betroffen und wie sehen diese Größenklassen, wie sehen die genau aus?
00:21:48: Genau, wenn wir von unten wieder anfangen, also diese neue Klasse bis eine Milliarde,
00:21:53: Bilanzsumme, das sind jetzt Zahlen aus dem letzten Jahr, also möglichst mit den Abschlüsse 2024.
00:22:00: Das Ganze ist natürlich leicht verändern, reden wir hier von um die 34 Sparkassen
00:22:05: und 377 Genossenschaftsbanken, also schon auch eine deutliche Anzahl,
00:22:10: die dann von diesen ja nochmal mehr Erleichterungen dann auch profitieren können.
00:22:15: Die darüber liegende Klasse, 1 Milliarde bis 5 Milliarde, das sind dann immerhin
00:22:19: schon mal 219 Sparkassen und 241 Genobanken, also fast ausgeglichen.
00:22:26: Und dann in der letzten Klasse haben wir da noch 94 Sparkassen und 51 Genossenschaftsbanken,
00:22:32: die sich dann ja, man weiß es ja nochmal, sozusagen indirekt unterteilt.
00:22:36: Weil ab 15 Milliarden haben wir ja nochmal die sogenannten bedeutenden Institute,
00:22:42: die dann ja auch nochmal wieder weitergehende Anforderungen erfüllen müssen.
00:22:47: Sei es an Gremien, sei es aber auch, dass sie halt auch öfter geprüft werden,
00:22:51: was ja auch dem risikoorientierten Ansatz dann ja auch entgegenkommt.
00:22:54: Und alles weitere wäre dann halt ab 30 Milliarden dann halt EZB-Aufsicht.
00:22:59: Da gab es immer mal wieder auch Gerüchte, ob diese Grenze mal angehoben wird.
00:23:03: Derzeit nicht ersichtlich.
00:23:05: Aber auch das mag ja irgendwann mal kommen, dass die sich dann vielleicht auch
00:23:08: weiterentwickelt. Derzeit aber noch bei 30 Milliarden und erst mal fest.
00:23:12: Genau, hättet vorhin bei den Erleichterungen auch das Stichwort Kleinbankenregime angesprochen.
00:23:18: Könnt ihr da nochmal drauf eingehen? Also was ist damit genau gemeint und welche
00:23:22: möglichen Erleichterungen seht ihr hier?
00:23:24: Das Kleinbankenregime ist jetzt auch wieder eine Initiative der deutschen Aufsicht.
00:23:29: Also auch hier muss man sagen, nicht nur bei MaRisk, auch hier hat der deutsche
00:23:33: Aufseher die Initiative ergriffen.
00:23:35: Hier geht es vor allem, was ich eingangs sagte, um die Meldevoraussetzung CR3,
00:23:40: die ja eher für Großbanken sind. Hier will man dann für Institute unter 10 Milliarden
00:23:45: deutliche Entlastungen dort nehmen.
00:23:49: Im Gespräch ist dann auch eine Befreiung der RWA-Rechnung zugunsten,
00:23:54: zulasten dann auch eine höhere Navigratio, die aber sehr vereinfacht ja auch auszurechnen ist.
00:23:59: Und wer gerade sich ja auch mit der Umsetzung CR3 final beschäftigt hat,
00:24:04: weiß also, wie komplex zum Teil das Ganze sein kann.
00:24:06: Das würde schon eine deutliche Entlastung der Rechnungslogiken und der Meldevorschriften auch bedeuten.
00:24:12: Das müssen wir aber jetzt mal abwarten, während wir bei den anderen Dingen gerade
00:24:16: sehr konkrete Zeitplänen haben.
00:24:18: Reden wir hier über eine Änderungsnotwendigkeit auf EU-Ebene.
00:24:22: Und ich hatte es eben angesprochen, der größte Nutznießer von so einem Kleinbankregime
00:24:27: sind die deutschen Banken.
00:24:29: Andere Länder, Österreich vielleicht mal wieder genannt, sind davon gar nicht
00:24:32: so sehr dann auch betroffen oder würden davon profitieren.
00:24:36: Also das heißt, da müssen auch die Deutschen dann Mitbefürworter finden,
00:24:40: die das auch dann halt auch vorantragen, auch wenn halt der Hauptnutzen dann
00:24:44: eher bei den deutschen Banken liegt. Das bleibt mal abzuwarten.
00:24:47: Deswegen sehen wir hier eher einen längerfristigen Prozess, der aber auf jeden
00:24:51: Fall weiter auch betrieben werden sollte.
00:24:53: Ja, ich sag mal, wir haben gestartet und haben auf die Risiken der Aufsicht
00:24:57: für 26 geguckt. Haben dann auch geguckt, was gibt es schon für konkrete Erleichterungen.
00:25:01: Haben uns spezifisch auch mal das Brubeg ein bisschen genauer angeschaut.
00:25:05: Haben bei den MaRisk auch gesehen, hey, das wird sich grundlegend verändern.
00:25:09: Mehr Prinzipienorientierung.
00:25:11: Was mich jetzt zum Abschluss nochmal interessieren würde, ist ein Stück weit euer Fazit.
00:25:16: Also mit eurer Erfahrung, eurer Expertise auf diese Veränderungen,
00:25:20: ist das wirklich der große Sprung Richtung Erleichterung, den wir hier sehen
00:25:24: werden? Oder ist es möglicherweise doch eher so, dass es noch komplexer wird?
00:25:29: Es gibt noch mehr unterschiedliche Größen, Klassen, Abstufungen.
00:25:33: Also dass eigentlich diese Idee der Erleichterung doch nicht so durchschlägt. Wie seht ihr das?
00:25:38: Ich fange vielleicht mal mit den Risiken an, weil ich glaube,
00:25:40: genau das ist der Knackpunkt. Also wenn wir keine Risiken hätten,
00:25:43: bräuchte wir gar keine Regulierung. Das ist vielleicht das Einfachste.
00:25:45: Und wir müssen halt mal gucken, wie kriegen wir es hin, dass die Risiken trotzdem
00:25:49: sachgerecht und halt für die Risiken der Institute sachgerecht gesteuert und überwacht werden.
00:25:55: Und das ist eben was, wo man, glaube ich, gerade merkt, dass die Aufsicht selber
00:25:59: noch ein bisschen vorsichtig ist, was das Thema Erleichterung angeht.
00:26:02: Dass man dort eben nicht dafür sorgt, dass die Risiken nicht mehr ausreichend
00:26:06: überwacht und gesteuert werden, sondern dass man wirklich gezielt die Erleichterung dort bekommt,
00:26:11: schafft, wo sie auch möglich sind. Also ich glaube, der große Sprung ist es
00:26:14: noch nicht. Das hat man, glaube ich, so ein bisschen herausgehört an den Ausführungen,
00:26:17: auch was an zusätzlichen Themen nochmal kommt.
00:26:19: Es geht aber in die richtige Richtung. Wir sind, wie gesagt,
00:26:22: sehr gespannt, was die MaRisk angeht.
00:26:23: Das kann nochmal, glaube ich, ein Game-Changer werden. Da sind wir sehr gespannt,
00:26:27: wie sich das entwickelt.
00:26:28: Und was tatsächlich, glaube ich, bei allen Themen wichtig ist,
00:26:31: die Umsetzung ist das Entscheidende.
00:26:33: Also sowohl in den Instituten, in den Banken, in den Sparkassen, wie setzen sie es um?
00:26:37: Wie können sie auch der Aufsicht beweisen, klar machen, dass die Risiken richtig gemanagt werden.
00:26:42: Und das zweite ist, wie setzt es die Aufsicht um? Also wie gehen sie in den
00:26:45: Rahmen von Prüfungen um?
00:26:46: Gehen sie wirklich prinzipienorientiert vor oder gucken sie weiter ihre Checklisten nach?
00:26:50: Ich glaube, das ist auch ein entscheidender Punkt, was die zukünftigen Erleichterungen
00:26:54: angeht, weil hoffentlich ist das jetzt erst der Beginn, dass es weiter Erleichterungen geben kann.
00:27:00: Also ich stimme Christian da voll und ganz zu und würde es vielleicht so auf
00:27:03: drei Bereiche noch einmal zusammenfassen auch.
00:27:06: Das eine ist, nur weil es Erleichterungen gibt, heißt es nicht,
00:27:09: dass ich nichts machen muss.
00:27:09: Das heißt, ich muss ja auch dann Anpassungen vornehmen, um diese Erleichterungen
00:27:13: dann auch wirklich dann auch zu nutzen, nutzen zu können.
00:27:18: Ich bringe mal ein Beispiel aus dem Kleinbankenregime. Viele Häuser haben jetzt
00:27:21: ein RWA-Management aufgebaut.
00:27:23: Wenn das jetzt wegfallen sollte, habe ich dann ein Level-Ratio-Management aufzubauen?
00:27:28: Also wie steuere ich dann? Das heißt also, da werden auch noch Fragen zu klären
00:27:32: sein, wenn Dinge wegfallen, andere Dinge an Bedeutung gewinnen.
00:27:36: Das Zweite ist natürlich, gerade wenn ich mich jetzt orientiere,
00:27:39: was mache ich denn, wenn ich an derr Grenze stehe?
00:27:41: Also kurz vor der einen Milliarde oder kurz vor den nächsten fünf heißt also,
00:27:46: nutze ich das? oder ahne ich schon über Wachstum, über Fusion,
00:27:50: es macht eigentlich keinen Sinn.
00:27:51: Ich darf in eineinhalb Jahren das Gleiche wieder zurückbauen,
00:27:53: was ich gerade umgebaut habe. Also auch die Fragen wird man sich stellen müssen.
00:27:57: Nutze ich überhaupt solche Dinge über die Perspektive meines Wachstums?
00:28:01: Und last but not least, Christian sprach es auch an, man wird halt schauen müssen,
00:28:05: wie die Prüfungsschiene dann auch aussehen wird.
00:28:07: Prinzipien orientiert heißt immer auch auslegungswürdig und das sind einfach
00:28:11: Menschen. Und jeder Mensch hat auch in Teilen andere Schwerpunkte, andere Wertmaßstäbe.
00:28:17: Auch das macht es unter Umständen nicht
00:28:20: unbedingt leichter, dann auch eine prüfungssichere Umsetzung zu haben.
00:28:23: Die Diskussionen können dann durchaus steigen und intensiver werden dann im Rahmen der 44er.
00:28:29: Ja, ich finde es super spannend und ich glaube auch weiterhin super interessant,
00:28:32: wie jetzt dann die genaue Ausgestaltung von den Vereinfachungen am Ende doch
00:28:37: wirklich aussehen wird.
00:28:39: Ulf Christian, vielen Dank, hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht,
00:28:42: sehr kompakt, sehr übersichtlich.
00:28:44: Danke an euch. Wir danken auch und gerne bis zum nächsten Mal.
00:28:47: Sehr gerne, genau. Ich glaube, wir bleiben an dem Thema mal dran.
00:28:50: Das glaube ich auch, das bietet sich gut an.
00:28:52: Und wenn die Zuhörer dazu noch Fragen oder Anmerkungen haben,
00:28:55: also gerne auch uns anschreiben, uns ansprechen, wir würden da gerne auch mit
00:28:59: Ihnen in den Dialog treten.
00:29:01: Wir können auch nochmal eure Kontaktdaten entsprechend in den Shownotes verlinken.
00:29:06: Ja, an der Stelle, ihr wisst, wie immer, wir freuen uns über eure Meinungen
00:29:10: zu dem Thema. Per Mail, Social Media, kommt auf uns zu.
00:29:14: Wenn euch die Folge gefallen hat, dann abonniert doch gerne unseren Podcast
00:29:17: und lasst eine Bewertung da.
00:29:19: Vielen Dank und bis zum nächsten Mal bei Sound of Finance.
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